10
07
2009
Canyoning

Aktiv im Sport

Canyoning - abenteuerliche Schluchten durchqueren

Canyoning ist hierzulande noch eine recht neue Bergsportart, die aus Frankreich, Italien und Spanien übernommen wurde. Naturgemäß vor allem in den Alpen angesiedelt, wird der Trendsport auf gut Bayrisch auch Schluchtln genannt. Per pedes geht es durch die bizarre Welt der Schluchten und Täler. Gesichert mit Gurt und Seil werden Wasserfälle durchquert. Ausgewaschene Felsrinnen bieten sich als Naturrutschen an. In kleinen Teams kann man Berge und Natur einmal von einer ganz anderen, aufregenden Seite erleben. Sportlich und unerschrocken sollten Canyoning-Fans allerdings sein. Bei allem Spaß dürfen Sicherheit und Umweltschutz nicht zu kurz kommen.

Spaß und Nervenkitzel: Der Canyoning-Trip

Gut ausgerüstet mit Neoprenanzug, Helm und Seil starten Sie in eine von Flüssen und Schmelzwasser ausgewaschene Schlucht. Neben Ihnen ragen meterhohe, teils ganz glatt geschliffene Steinplatten empor. Auf abenteuerlichen Wegen geht es abwärts durch eine sonst unzugängliche Welt. Sie wissen nie genau, was Sie hinter der nächsten Biegung erwartet. Vielleicht ein kleiner Pool, der sich durch mitgerissenes Geröll gebildet hat. Oder ein Wasserfall, den Sie „erspringen“ müssen. Vielleicht gilt es auch, sich in eine weitere Schlucht metertief abzuseilen. Die einsame Schönheit, die Spannung und der gemeinsame Spaß in der Gruppe machen den Canyoning-Trip garantiert zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Anforderungen an Schluchtengeher

Canyoning ist eine sportliche und nervliche Herausforderung. Wer Schluchten auf diese Art erkunden will, sollte auf jeden Fall schwindelfrei und trittsicher sein. Zudem muss man gut schwimmen können. Kletterkenntnisse sind von Vorteil. Neben sportlicher Kondition gehört auch eine Portion Mut dazu. Ist man einmal unterwegs, gibt es meist kein Zurück mehr. Wichtig sind Teamgeist und Vertrauen in der Gruppe. In der Regel leitet ein Führer kleine Gruppen von drei bis fünf Schluchtengehern. Angeboten werden Touren verschiedener Schwierigkeitsgrade.

Training für Muskulatur und Nerven

Canyoning erfordert Geschick, Technik und Kondition. Beim Abseilen werden Muskeln rund um das Schulterblatt sowie die Arme besonders beansprucht. Gleichzeitig unterstützen Bauchmuskeln die Bewegung und helfen, den Körper zu stabilisieren. Die Beinmuskeln müssen beim Klettern Haltearbeit leisten. Ein gutes Gleichgewicht sichert die Balance auf Steinen und beim Springen. Zugleich trainiert das Schluchtln den Geist. Manche Durchquerung schäumender Wasserfälle oder mancher Sprung mag zunächst Überwindung kosten. Umso größer die Freude und der Stolz, wenn man die Herausforderung gemeistert hat.

Lebenswichtig: Sicherheit beim Schluchting

Canyoning, auf Deutsch auch Schluchting genannt, birgt einige Risiken. Auf die Sicherheit zu achten, ist lebenswichtig. Vertrauen Sie sich nur einem speziell ausgebildeten und erfahrenen Führer an. Qualifizierte Guides listet beispielsweise der Internationale Verband professioneller Canyonführer CIC.

Das Gefahrenpotential einer Schlucht hängt vom Wetter, dem Wasserspiegel und auch von der Gruppe ab. Checken Sie unbedingt die Wetterlage. Gewitter und heftige Regenfälle erfordern einen Abbruch der Tour, da enge Schluchten mit kleinen Bächen schnell zu reißenden und gefährlichen Fallen werden können. Aktuelle Infos über den Zustand der Schluchten bietet zum Beispiel http://www.alpinesicherheit.com/canyoning

Schutz für die Gruppe und die Umwelt

Nicht zu vernachlässigen ist auch der Beitrag der Gruppe zur Sicherheit. Umsichtiges, rücksichtsvolles Verhalten im Team erhöht den Spaß und vermeidet unnötige Risiken. Wer sich selbst überschätzt oder eigenmächtig handelt, kann die ganze Gruppe in Gefahr bringen.

Faszinierende Naturerlebnisse setzen voraus, dass die Schönheit der Natur dauerhaft erhalten bleibt. Denken Sie bitte daran, die Umwelt zu schonen. Beschädigen Sie keine Pflanzen und stören Sie keine Tiere. Bitte keinen Müll liegen lassen. Was man mitgebracht hat, kann man ebenso gut wieder nach Hause tragen oder zumindest bis zum nächsten Mülleimer. Mutter Natur und nachfolgende Canyoning-Fans werden es Ihnen danken.

Ausrüstung – Das brauchen Sie
Eine professionelle Ausrüstung schützt rundum. Meistens kann sie bei den Tour-Veranstaltern gemietet werden. Dazu gehören:
- Canyoning-tauglicher Rucksack
- Helm
- Neoprenanzug und -socken
- Karabinerhaken und Seile zum Abseilen
- Sitzgurt zum Abseilen
- Stabiles Schuhwerk
- Wasserdichte Box für Erste-Hilfe-Tasche
- Signalpfeife, Signalrakete, Handy


Mehr Infos und Touren finden Sie unter:

Deutscher Canyoningverein

Commission Internationale de Canyon (CIC) Internationaler Verband Professioneller Canyonführer
Alpinsicherheit - aktuelle Zustandsberichte der Schluchten in Tirol
Canyoningforum Österreich
- Tourenbeschreibungen, Topos, Diskussionen, Karten, Forum