Schon in den 80er Jahren tüftelten französische Surfer daran, ihr Segel durch einen Drachen zu ersetzen. Mitte der 90er wurde das Kitesurfen auf Hawaii populär. Inzwischen hat sich das Surfen mit dem Lenkdrachen auch in Deutschland zu einer Trendsportart entwickelt. Die World Cup Rennen 2009 im Juni auf Sylt und im Juli in St. Peter-Ording haben eine größere Öffentlichkeit auf den Funsport aufmerksam gemacht. Beim Kitesurfen lassen sich die Sufer mit einem Lenkdrachen, dem so genannten Kite über das Wasser ziehen. Durch die Eigendynamik des Kites erfahren selbst Wassersportneulinge schnell, wie es ist abzuheben.
Ein idealer Freizeittag muss für Kite Surfer mindestens vier Windstärken haben. Dann packen die Surfer ihre Siebensachen in den Kofferraum und fahren los. Die Begeisterung für die junge Sportart teilen sie mit schätzungsweise 150.000 bis 200.000 Kitern weltweit. Auch in Deutschland ist das Kitesurfen weiter auf dem Vormarsch, wie eine aktuelle Statistik des Verbands Deutscher Wassersportschulen (VDWS) zeigt: Knapp 7.000 Anfänger machten im vergangenen Jahr ihren Grundschein – mehr als doppelt so viele wie 2001.
Der neue Funsport kommt vom Windsurfen. Das Board unter den Füßen ist jedoch viel kleiner und hat keinen eigenen Auftrieb. Es lässt sich meist in beide Richtungen fahren. Anstelle eines Segels benutzt der Surfer einen Lenkdrachen, den Kite, der Gleitschirmen ähnlich sieht. Gesteuert wird der Drachen mit Leinen an einer Trapezstange. Der Surfer lässt sich vom Kite übers Wasser ziehen und kann sogar richtig abheben. Der Auftrieb des Drachens hält Kitesurfer vergleichsweise lange in der Luft. So ermöglicht das Kiten ganz unterschiedliche Sprünge, Rotationen und atemberaubende Manöver.
Viele passionierte Kitesurfer schwärmen vor allem von den tollen Sprüngen. Es sei einfach ein unbeschreibliches Gefühl, abzuheben und für einige Sekunden schwerelos durch die Luft zu gleiten. Selbst Anfänger können das relativ schnell erleben. Wer die Basics beherrscht, probiert Tricks und Sprünge mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Das macht einfach Spaß. Alltagssorgen sind da ganz schnell vergessen.
Ein Einführungskurs ist unbedingt erforderlich, um die Technik zu lernen und sich mit dem Material vertraut zu machen. Für Anfänger ist es wichtig, dass der Drachen einfach zu steuern ist. Zu Beginn besser einen kleinen Kite wählen und bei gleichmäßigem, nicht zu starkem Wind starten. Kiteschulen gibt es in Deutschland mittlerweile an vielen Binnenseen, an Nord- und Ostsee, sowie in vielen anderen Urlaubsländern am Meer (s. Link im Kasten). Dort kann man auch die Ausrüstung ausleihen. Das ist ein Vorteil, da die Grundausstattung verhältnismäßig viel Geld kostet.
Beherrscht man die Technik erst einmal, braucht das Kiten nicht viel Kraft. Eine gewisse Grundkondition ist allerdings erforderlich, um mehrere Stunden auf dem Board zu stehen. Die Ausdauer kann man steigern zum Beispiel durch regelmäßiges Joggen. Wer länger auf dem Wasser ist, sollte zwischendurch Müsliriegel und Bananen essen. Das gibt ausreichend Energie für die nächste Session.
Zur Basisausrüstung beim Kitesurfen gehören natürlich Board, Kite und Kitetrapez. Zur Sicherheit sollte auch ein Helm und eine Prallschutz- bzw. Auftriebweste getragen werden. An kühleren Tagen empfiehlt sich ein Neoprenanzug sowie Neoprenschuhe. All dies kann bei den Kursanbietern in der Regel geliehen werden. Vor der starken Sonneneinstrahlung am Wasser schützt eine geeignete, fest sitzende Sport-Sonnenbrille. Achten Sie darauf, dass die Ausrüstung nicht verschlissen ist und dass genügend Protektoren und eine Sicherheitsweste zur Verfügung gestellt werden. Die Verbindung zum Kite muss durch ein Sicherheitssystem mit Quick-Release erfolgen, um sie bei Gefahr schnell trennen zu können.
Wer abheben will, sollte dafür sorgen, dass er sicher wieder landet. Sicherheit ist deshalb ein wichtiges Thema beim Kitesurfen.Eine gute Ausbildung bildet die ideale Grundlage für sicheres Surfen. Schätzen Sie Ihre Stärken und Schwächen realistisch ein.Achten Sie auf Wind und Wetter. Informieren Sie sich über die Gezeiten, über Strömungen und Untiefen. Nie bei ablandigem Wind starten!Prüfen Sie alle Ausrüstungsgegenstände vor dem Start. Ist der Kite richtig aufgepumpt?Immer Schutzkleidung mit Helm und Weste tragen.Surfen Sie möglichst nicht alleine oder informieren Sie zumindest jemanden, wo und wie lange Sie unterwegs sind.Entfernen Sie sich nur so weit vom Ufer, wie sie alleine zurück schwimmen können.Halten Sie möglichst zwei Leinenlängen Abstand von Menschen, Tieren und Fahrzeugen an Land und zu Wasser.Schützen Sie die Umwelt und stören keine Tiere oder den Bewuchs am und im Wasser.
Mehr Informationen:
Verband Deutscher Wassersportschulen e.V.
www.vdws.de
Verzeichnis der Kitesurf-Schulen
http://www.oase.com/kitesurfen/index.html