22
05
2009
Klettern und Hochseilgärten

Aktiv im Sport

Sportliches Erlebnis: Klettern und Hochseilgärten

Einen schwer zugänglichen Gipfel zu erklimmen, ist für manche das höchste Glück. Andere suchen die sportliche Herausforderung in einer Kletterhalle. Immer beliebter werden Hochseilgärten als Abenteuerausflug für Familien, Schulklassen und Kollegenteams. Klettern ist nicht nur ein aufregender Spaß, es stärkt zugleich den gesamten Körper. Damit die Freude ungetrübt bleibt, sollten unbedingt die Sicherheitsregeln beachtet werden. Eine fundierte Einweisung ist für Kletter-Neulinge unerlässlich.

Fitnesstraining für den ganzen Körper

Der Klettersport beansprucht Körper und Geist gleichermaßen. Klettern erfordert Kraft, Geschicklichkeit und Konzentration. Die gesamte Haltemuskulatur wird gestärkt. Neben den Rücken-, Schulter- und Armmuskeln sind Hände und Finger besonders gefordert. Beim Hochdrücken werden zugleich Bein- und Pomuskeln beansprucht. Kein Wunder, dass Klettern reichlich Energie verbraucht. Eine weibliche Kletterin mit einem Gewicht von 65 Kilogramm verbrennt in einer Stunde rund 520 Kalorien, ein 82 Kilogramm schwerer Mann ungefähr 656 Kalorien.

Wer kann klettern?

Klettern kann eigentlich jeder, der gesund ist und keine Angst hat. Allerdings müssen Schwierigkeitsgrad und Länge der Klettertour unbedingt an den Trainingszustand angepasst sein. Wer sich übernimmt, wird das schnell bereuen. In manchen Kletteranlagen gibt es Zugangsbeschränkungen für Kinder, entweder nach Alter (z.B. ab 10 Jahre) oder nach Körpergröße (z.B. ab 1,20 Meter). Diese gelten teilweise nur für bestimmte Touren. In Kletterhallen sind oft Einführungskurse oder andere Nachweise erforderlich. Am besten erkundigt man sich vor dem Besuch.

Unverzichtbar: Kurse für Einsteiger

Ob indoor oder outdoor, ohne Einführungskurse wird man in der Regel nicht in die Wand oder in die Baumkronen gelassen. Neben der Klettertechnik muss vor allem das Sichern gelernt werden, damit beim Klettern nichts schief geht. Kurse für das Hallenklettern weisen in die Sicherungstechniken ein. Relevante Knoten werden geübt, bis sie richtig sitzen. Zugleich erfahren die Teilnehmer mehr über Ausrüstung und Material. Auch Klettertechniken sowie das Klettern im Toprope (mit Sicherung durch einen Partner) werden vermittelt. In Kursen für das Felsklettern lernt man zudem das Klettern im Vorstieg unter Verwendung von Keilen und Schlingen, sowie Grundlagen für Erste Hilfe und Bergrettung.

Durch die Bäumen hangeln in Hochseilgärten

Hochseilgärten werden immer beliebter, um die mentalen und körperlichen Grenzen auszutesten. Sie bestehen aus mehreren Bäumen oder Masten, die durch Elemente wie Seile, Brücken oder Bauteile aus Holz miteinander verbunden sind. Bei einem echten Hochseilgarten liegen alle Elemente etwa drei bis zehn Meter über dem Boden. Ein Niedrigseilgarten eignet sich besonders gut für Anfänger, da alle Elemente maximal einen Meter hoch sind, so dass man problemlos abspringen kann. Sind die Elemente in einem Wald zwischen Bäumen gespannt, spricht man von einem Waldseilgarten.

In den hohen Elementen sind die Teilnehmer permanent zweifach gesichert. So können sie gefahrlos an Bäumen oder Netzen empor klettern, auf wackeligen Baumstämmen balancieren oder sich über Hängebrücken aus schwingenden Brettern hangeln. In Hochseilgärten genügt in der Regel eine kurze Einführung. Wichtig ist, die doppelte Sicherung konsequent einzuhalten.

Ausrüstung

Für Hochseilgärten benötigt man keine besondere Ausrüstung. Feste Schuhe sind empfehlenswert. Die Kleidung sollte robust sein und Bewegungsfreiheit gewähren. Gurte und Karabiner werden in der Anlage ausgegeben. Zum Klettern in der Halle ist ein Klettergurt erforderlich. Spezielle Kletterschuhe geben besseren Halt. Für Anfänger reichen jedoch auch gut sitzende, flexible Turnschuhe. Kletterschuhe und Gurte können in der Regel ausgeliehen werden. Beim Klettern im Freien müssen die Kletterer darüber hinaus Seile, Karabiner und eventuell Befestigungselemente mitbringen.

Wie sicher ist Klettern?

Viele Menschen halten Klettern für einen sehr gefährlichen Sport. Entscheidend für die Sicherheit ist jedoch das eigene Verhalten. Man muss keine Angst haben, aber Respekt. Dieser sollte dazu führen, dass sorgfältige Sicherung als oberstes Gebot gilt. Am besten checken beide Partner gegenseitig noch einmal Gurtverschlüsse, Anseilknoten sowie Karabiner und anderes Sicherungsgerät. Auch eine gute Ausbildung und regelmäßiges Training tragen zur Sicherheit bei. Vernünftiges Verhalten kann Leben retten. Besser nicht in müdem oder angeschlagenem Zustand klettern und sich nicht überfordern. Beim Klettern im Freien unbedingt die Wetterverhältnisse im Auge behalten.

Kletter-Infos im Internet
Im Deutschen Alpenverein sind rund 730.000 Kletterfans organisiert: www.alpenverein.de
Aktion „Sicher klettern“ des Deutschen Alpenvereins: http://www.sicher-klettern.de
Kletteranlagen suchen: http://www.dav-kletteranlagensuche.de/
Hochseilgärten suchen: http://www.hochseilgarten.de/hochseilgarten-suchen.php
Testberichte zu Gurten, Seilen, Schuhen und sonstiger Kletterausrüstung: http://www.klettern.de/test.230.5.htm
Portal der Zeitschrift „Klettern“: www.klettern.de
Portal zum Sportklettern: www.climbing.de