Ernährungsbedingte Krankheiten

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes (Zuckerkrankheit) gilt als Volkskrankheit Nr. 1. Seit Jahren steigt die Zahl der Erkrankten an. Ungefähr acht Millionen Deutsche sind heute davon betroffen, für 2010 wird die Zahl auf zehn Millionen geschätzt. Dies gilt vor allem für den Typ II, den sogenannten „Altersdiabetes“, der meist als Folge jahrelanger Überernährung entsteht. Der Begriff Altersdiabetes ist heute mehr und mehr umstritten, da auch Kinder und Jugendliche an dieser Diabetesform erkranken können. In aller Regel handelt es sich hier um fettleibige Kinder.

Schwerwiegende Folgen

Die Folgen eines langjährigen Diabetes können schwerwiegend sein, jährlich sterben etwa 70.000 Menschen an einem diabetesbedingten Herzinfarkt, mehrere 10.000 Patienten verlieren wegen Diabetes ihr Augenlicht, werden dialysepflichtig oder verlieren Zehen oder Beine durch notwendige Amputationen.

Die Ernährung: Kalorienarm muss sie sein!

Diabetiker müssen ganz besonders auf ihre Ernährung achten. Diese sollte vor allem möglichst kalorienarm sein. Denn auch wenn meist eine genetische Veranlagung besteht, der Auslöser für Diabetes ist meist Übergewicht. Deshalb lautet die wichtigste Regel: Abnehmen. Diabetes mellitus Typ II lässt sich mit einer konsequenten Diät und dem Erreichen und Halten des Normalgewichts in vielen Fällen erfolgreich behandeln. Wird rechtzeitig reagiert, kann sich die Insulinpflicht so vermeiden lassen. 

Sport ist gut, Alkohol und Nikotin sind Gift

Für die Betroffenen bedeutet dies meist eine einschneidende Ernährungsumstellung, die ohne professionelle Ernährungsberatung schwer durchzuhalten ist. Zudem sollten Alkohol und Nikotin möglichst vermieden und stattdessen regelmäßig Sport betrieben werden. 

Kohlenhydrate: Ballaststoffe und Stärke statt Zucker

Neben dem Beachten der Kalorien sollten leichtlösliche Zucker (v. a. Traubenzucker, Haushaltszucker, Honig), ebenso Süßigkeiten, Backwaren, gesüßte Konserven und vor allem gesüßte Getränke gemieden werden. Diese liefern nicht nur zuviel Energie, der Zucker geht auch zu schnell ins Blut. Das ist unerwünscht, denn ein schneller Blutzuckeranstieg belastet den Stoffwechsel eines Diabetikers sehr stark. 

Empfehlenswert: Lebensmittel mit komplexen Kohlenhydraten (z. B. Stärke, Ballaststoffe). Diese gehen gar nicht oder sehr viel langsamer und gleichmäßiger ins Blut. Der Blutzucker steigt dadurch nur ganz langsam an. Deshalb sollte der Patient reichlich ballaststoffreiche Produkte wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Vollkorn-Nudeln und Vollkorn-Brot essen. Denn eine ballaststoffreiche Kost verlangsamt den Blutzuckeranstieg, sättigt gut und hilft beim Abnehmen. 

Zwischenmahlzeiten für konstanten Blutzucker

Neben den drei Hauptmahlzeiten sollten Diabetiker auch regelmäßig zu leichten Zwischenmahlzeiten (3-4 Stück am Tag) greifen. Optimal ist ein Stück Obst oder auch ein Becher Joghurt. Zwischenmahlzeiten helfen, den Blutzuckerspiegel einigermaßen konstant zu halten. 

Was bedeuten die BE?

Die BE (Broteinheiten) dienen zur Berechnung der aufgenommenen Menge an Kohlenhydraten. Sie sagen aber nichts darüber aus, ob es sich um leichtlösliche Zucker oder um komplexe Kohlenhydrate handelt. Das Zählen der BE betrifft vor allem insulinpflichtige Diabetiker, d. h. wenn der Patient nach ärztlicher Anordnung Insulin zuführen muss.

Praktische Ernährungstipps bei Diabetes:

Bevorzugen Sie:

  • ballaststoffreiche Kost mit komplexen Kohlenhydraten wie z. B. Gemüse, Kartoffeln, Obst, Vollkorn-Brot, Vollkorn-Nudeln
  • fettarme Milch und Milchfrischprodukte wie Joghurt, Quark, Buttermilch, fettarmer Käse
  • Fisch und mageres Fleisch, mageren Schinken
  • Mineralwasser, ungesüßter Tee

Verringern Sie:

  • fettes Fleisch und Wurst, Sahne, Käse

Vermeiden Sie:

  • Zucker, Traubenzucker, Honig, Konfitüren und Marmeladen
  • gezuckerte Cola-, Limo- oder andere Getränke
  • zuckergesüßten Tee oder Kaffee
  • zuckergesüßte Säfte, zuckergesüßte Obstkonserven
  • Bonbons und Süßigkeiten
  • Kuchen und Torten
  • Alkohol